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    Archived pages: 1 . Archive date: 2013-10.

  • Title: Akademischer Alpenclub Bern
    Descriptive info: .. "HüTTEN GEDANKEN".. BESUCHERZAHLEN UND KONSUMVERHALTEN - WAS STECKT DAHINTER ?.. Die vorliegende Notiz beschreibt die Zusammenhänge von verschiedenen Elementen innerhalb des Hüttenwesens.. (Hüttenzustiege, Hüttenkomfort, Hüttenbesucher, etc.. ).. Die Zusammenstellung stützt sich auf Erfahrungszahlen.. von fünf Hütten über eine Periode von 10 Jahren (zwei AACB- und drei SAC-Hütten).. Diese Tatsache erlaubte es auch, gewisse (semi-)quantitative Resultate zu präsentieren.. Besucherzahlen: Beeinflussende Faktoren.. Vorerst wird aufgezeigt, welche Hauptfaktoren die Besucherzahlen in einer gegebenen Hütte beeinflussen können (Zugangssicherheit, "Zustiegsanforderungen", Zustand der Hütte Komfortniveau, Wetter, etc.. ; siehe Grafik I).. Dabei gilt es fest zu halten, dass bestimme Faktoren - wie beispielsweise das Wetter - natürlich nicht beeinflussbar sind.. Demgegenüber gibt es aber auch andere Faktoren, welche sehr wohl durch "anthropogenes" Handeln beeinflussbar sind ("Zustiegsanforderung", Komfortniveau, etc.. ).. Die Monte Rosa Hütte.. In diesem Zusammenhang ist bestimmt das "Neue Monte Rosa Hüttenprojekt" zu erwähnen.. Die Besucherzahlenentwicklung der neuen Monte Rosa Hütte war eines der kontroversesten und meist diskutierten Themen der letzten Jahre - unter Hüttenbau-, Energie- und Nachhaltigkeitsexperten.. Der Gipfel der diversen Kontroversen wurde im Jahre 2010 erreicht, als sich die zunehmenden Besucherzahlen ins "Uferlose" zu bewegen schienen (siehe Grafik II).. Angesichts dieses massiven Besucherandranges wurde argumentiert, dass das ganze Projekt "Neue Monte Rosa" Hütte, beträchtliche Mängel in Sachen Energieversorgung, Energiemanagement und Nachhaltigkeit aufweise.. Ein Blick auf die Besucherzahlen der Folgejahre 2011 und 2012 zeigt jedoch, dass sich der Besucherandrang vom ursprünglichen "2010 Neuigkeits-Hype" allmählich wieder zurück auf einen eher, nachhaltigen Level zurück zu bewegen scheint.. Ein Level der übrigens in etwa auch den Dimensionen entspricht, wonach die Neue Monte Rosa Hütte konzipiert wurde.. Wichtig ist auch darauf hinzuweisen, dass die Hauptkomponente dieser "Normalisierung" auf den abnehmenden "Neuigkeitsfaktor" zurückzuführen ist, und dass saisonale Bergwetterschwankungen diesbezüglich eine eher untergeordnete Rolle zu spielen scheinen.. Grafik I Ueli Seemann, Bern.. Grafik II Ueli Seemann, Bern.. Der Triftkessel (Berner Oberland).. Der Triftkessel im Berner Oberland ist ein klassisches Beispiel, wo der Einfluss von Umweltveränderungen auf die Bergsport-aktivitäten und das Hüttenwesen im Speziellen demonstriert werden kann.. Der rasante Rückzug des Triftgletschers, bedrohte die Existenzberechtigung der Trifthütte massiv.. Der alte Hüttenweg, welcher ehemals über den Triftgletscher führte, war nicht mehr passierbar da sich an Stelle des Gletschers ein Gletschersee bildete.. Ohne weitere infrastrukturelle Massnahmen hätte sich dadurch der Trifthüttenzustieg auf eine unakzeptable / nicht mehr praktikable Länge verlängert.. Ein Blick auf die Trifthütten-Besucherstatistiken (siehe Grafik III) zeigt ein ziemlich eindeutiges Bild was die Besucherzahlen vor den infrastrukturellen Massnahmen betrifft (vor 2004) und die darauffolgenden Massnahmenjahre:.. 2004 - Hängebrücke & Hüttenwegsanierung.. 2005 - KWO Zubringer Luftseilbahn.. 2008  ...   Hütten zu unterscheiden.. Die zwei End-Member Hüttentypen sind:.. - Die "Gipfelhütte" (man benützt die Hütte als Etappenort zum Ziel dem Gipfel "X").. - Die "Durchgangs- Wanderhütte" (man besucht die Hütte als Durchgangswanderziel / Rastort - primär nicht mit einer.. Gipfel-Besteigungsabsicht).. Das Konsumverhalten der Hüttenbesucher in diesen zwei Hütten-Typen ist - nicht unerwartet-erweise - recht unterschiedlich.. (siehe Grafik V).. - In "Gipfelhütten" betragen die Einnahmen aus übernachtungen prozentual deutlich mehr als in "Durchgangs- / Wanderhütten".. - Dementsprechend stellen die "Gastro-Einnahmen" in "Durchgangs- / Wanderhütten" einen prozentual höheren Anteil dar.. als dies in "Gipfelhütten" der Fall ist.. Betrachtet man nun das Konsumverhalten über die analysierte, ganze Zeitperiode von 10 Jahren, ergibt sich wiederum ein eindeutiger - jedoch nicht unerwarteter - Trend.. Die prozentuale Verteilung an übernachtungeinnahmen und "Gastro-Einnahmen" innerhalb ein und demselben Hüttentyp hat sich über diese 10 Jahre deutlich zu mehr und mehr "Gastro-Einnahmen" entwickelt (siehe Grafik VI).. Das heisst, unsere Hütten scheinen sich langsam aber kontinuierlich und unaufhaltsam mehr in Ess- / Trinkraststätten zu verändern und immer weniger als übernachtungsort zu dienen.. Diese Erkenntnis ist absolut nicht neu, wurde hier aber zum ersten Mal (nach unserer Kenntnis der Materie) auf der Basis einer statistisch relativ soliden Datenbasis, quantitativ erfasst.. Grafik V Ueli Seemann, Bern.. Grafik VI Ueli Seemann, Bern.. Fazit.. Das Fazit der vorliegenden Zusammenstellung ist ein recht "banales" - in seiner Art aber doch neu.. Die aufgezeigten Zusammenhänge der verschiedenen Elemente im Hüttenwesen (Hüttenzustiege, Hüttenkomfort, Hüttenbesucher, etc.. ) sind allseits bekannt.. Neu - nach unserer Kenntnis der Materie - ist jedoch die Tatsache, dass es Dank einer recht soliden Datenbasis möglich war, diese Zusammenhänge, zumindest semiquantitativ zu belegen.. In Kürze kann zusammengefasst werden:.. - Hüttenbesucherzahlen lassen sich nicht planen - hier hat "Mutter Natur" das Sagen.. - Hüttenbesucherzahlen und Konsumverhalten lassen sich beeinflussen - hier haben das Hüttenmanagement.. und vor allem die Hüttenwarte an der Front das Sagen.. - Diese Möglichkeit der Einflussnahme auf zukünftige Entwicklungen stellt eine anspruchs- und verantwortungsvolle.. Herausforderung an alle involvierte Personen im Hüttenwesen dar.. Herzlichen Dank für wertvollen Input und kritische Durchsicht des Artikels geht an folgende AACB- und SAC-Kollegen: Jean-Pierre Lorétan (Hüttenverwalter Sektion Bern SAC), Walter Brog (Hüttenchef Trifthütte), Bruno Scheller, Jürg Abegglen, Anni Imstepf (HüttenwarteIn der AACB Hütten Engelhorn, Schmadri und Bietschhorn), Adrian Strauss (Hüttenchef AACB), Bruno Lüthi (SAC Hütten-Marketing, SAC Geschäftsstelle).. Ein spezieller Dank geht auch an Prof.. Stephanie Hellweg (ETH Zürich) für wertvolle Informationen bezüglich der Monte Rosa Hütte.. U.. Seemann, Bern, Februar 2013 (Text, Grafiken unterliegen dem !).. Grafik VII Ueli Seemann, Bern.. 2012 noh.. ch..

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